Die BBC: Umfassende Antipathie gegen Israel

Die BBC: Umfassende Antipathie gegen Israel

Manfred Gerstenfeld interviewt Trevor Asserson (direkt vom Autor)

Von 2001 bis 2006 hat Trevor Asserson, ein führender britischer Rechtsanwalt, sechs gut dokumentierte Studien durchgeführt, die ausführlich die systematische Einseitigkeit der BBC gegenüber Israel beschreiben. Sie sind auf www.bbcwatch.org zu finden. Seine Methodologie kann auch genutzt werden, um andere Medien zu analysieren. Er erklärt:Die Nahost-Berichterstattung der BBC ist von einer offensichtlichen, umfassenden Antipathie gegenüber Israel infiziert. Diese verzerrte mediale Berichterstattung schafft eine Atmosphäre, in der Antisemitismus aufblühen kann. Ich hatte das Gefühl, die BBC müsste analysiert werden, weil ihr beträchtlicher Einfluss auf die öffentliche Meinung mit einer einzigartigen Verpflichtung zur Produktion von „unparteiischen“ Nachrichten kombiniert wird.

Asserson führt eine israelische Anwaltskanzlei. Bevor er nach Israel kam, war er Seniorpartner für internationale Prozesse im Londoner Büro einer der größten Anwaltsfirmen der Welt.

Asserson fährt fort: Das Monopol der BBC entstammt einem rechtverbindlichen Vertrag mit der britischen Regierung. Laut dieser Charta hat sie fünfzehn juristische Verpflichtungen zu erfüllen; zu diesen gehören unter anderem: Fairness, Respektierung der Wahrheit, gebührende Genauigkeit, Verbundenheit zu fundamentalen demokratischen Prinzipien, keine eigene Meinung zu aktuellen Angelegenheiten oder öffentlicher Politik zu senden, sicherzustellen, dass gegenteilige Meinungen nicht falsch dargestellt werden und dem Publikum keinen Eindruck von den persönlichen Meinungen von Reportern zu geben.

In meiner Analyse stellte ich fest, dass die BBC mehrere dieser Richtlinien verletzt, manchmal sogar die meisten. Ihre Berichterstattung bezüglich Israel ist verzerrt durch Auslassungen, Einfügungen, Weitergabe unvollständiger Fakten, dadurch, wer interviewt wird und durch die gelieferten – oder fehlenden – Hintergrundinformationen. Ich stellte weiterhin fest, dass es bei der BBC ein grundsätzliches Problem mit dem Beschwerdesystem gibt. Die einzige Möglichkeit all dies faktisch darzustellen, war die Durchführung einer sachgerechten forensischen Analyse. Ich bereitete meine Berichte dann auf die Weise vor, in der ein Richter die Darstellung der Beweise vor einem Gericht erwarten würde.

In der Studie „The BBC: The War on Iraq – An Analysis“ (Die BBC: Der Krieg gegen den Irak – eine Analyse), die im Juni 2003 erschien, analysierten Asserson und Lee Kern die Berichterstattung der BBC vom 3. bis 18. April 2003, als der Krieg ein paar Tage alt war, bis zu dem Zeitpunkt, nachdem der Krieg praktisch beendet war. Beim Vergleich des Umgangs der BBC mit den Koalitionsstreitkräften im Irak mit ihrer Berichterstattung über Operationen der israelischen Armee stellten die Autoren fest, dass es gut möglich ist, dass die Parteilichkeit der Berichterstattung der BBC ihre Berichterstattung aller politisch sensiblen Fragen ansteckt.

Im Irak werden die westlichen Koalitionstruppen mit warmen und strahlenden Begriffen beschrieben, wobei Mitgefühl sowohl für sie als Individuen wie für ihr missliche militärische Lage geweckt werden. Im Gegenteil dazu werden israelische Soldaten als gesichtslose, unbarmherzige und brutale Killer geschildert, wobei wenig oder kein Verständnis für deren  Handeln gezeigt wird.

In seinem vierten Bericht in BBC Watch analysierte Asserson 2004 alle Dokumentationen zum Thema Naher Osten, die von Ende 2000 bis Juni 2004 auf BBC 1 und 2 gezeigt wurden. Er stellte fest, dass die BBC etwas betreibt, das zu einem Äquivalent einer Kampagne zur Verleumdung Israels gleich kommt; sie sendete alle zwei bis drei Monte eine israelkritische Dokumentation… 88% der Dokumentationen zum israelisch-palästinensischen Konflikt zeichnen entweder einen negativen Eindruck von Israel oder (in zwei Fällen) ein positives Bild der Palästinenser.

Asserson fügt hinzu: Was ich in meine Berichte nicht einschloss, aber vielleicht hätte tun sollen, ist die eindrucksvolle Bilanz, die Israel beim Schutz der Menschenrechte hat. Diese Beweise werden von der BBC komplett ignoriert. Dazu kann man viele Beispiele anführen. Zum Beispiel die Zahl der Fälle, bei denen individuelle Menschenrechte durch den Prozess des order nisi bis zum israelischen Obersten Gerichtshof getragen werden und die Art, wie es Einzelpersonen schützt. Jede Demokratie wäre stolz darauf, eine solche Rechtsgeschichte des Schutzes der individuellen Rechte zu haben. Wenn man sich den politischen Zusammenhang der täglichen Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ansieht, in dem diese Entscheidungen getroffen werden, ist das sogar noch bemerkenswerter.

Ich denke nicht, dass es je ein demokratisches Land gegeben hat, das auch nur anfangen kann sich mit den Entscheidungen zu vergleichen, die der israelische Oberste Gerichtshof getroffen hat, schon gar nicht unter dem Druck, dem er ausgesetzt ist. Das ist ein völlig positives Feld zu Israel, das von der BBC und vielen anderen total ignoriert wird.

Zu den auf der palästinensischen Seite ignorierten Angelegenheiten gehören wichtige Themen wie die palästinensische Bildung, die die Menschen zum Hassen ausbildet. Ein weiteres Gebiet ist das Ziel mehrerer Palästinenserbewegungen Israel zu beseitigen. Ihnen geht es nicht um die Gebiete. Was der Islamische Jihad und die Hamas sagen, ist, dass ihr Ziel darin besteht den gesamten Staat Israel zu vernichten. Fakt ist, dass sie Juden töten wollen, wo immer die sich befinden.

Asserson schließt: Auf Grundlage meiner Interviews mit aktuellen BBC-Journalisten und denen, die sie vor kurzem verließen, wird Israel als Staat von vielen in der Organisation gehasst. Das Heimtückische daran ist, dass die BBC sich des Siegels des Fair Play und der Vernunft erfreut, weil sie eine von der britischen Regierung „genehmigte“ Institution ist. Dieser Deckmantel der Fairness erlaubt es ihr in ihrem Sendebetrieb auf fast betrügerische Weise eine Bandbreite einseitiger politischer Haltungen einzunehmen.

 

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